
Doris und Torsten betreuen eine WC-Anlage in einem Dortmunder Karstadt-Kaufhaus. Als Angestellte eines Pächters wechseln sie sich in Früh- und Spätschichten ab. © Dietrich Hackenberg
Die Klofrau Doris und der Klomann Torsten aus Dortmund erzählen von ihrem “Arbeitsplatz Toilette”. Bilder und Interview von mir, zuletzt gezeigt in der Ausstellung „BESETZT! Geschichten im Stillen Örtchen“ in Oberhausen. Hier Auszüge und Impressionen der Ausstellung, zu der jetzt auch ein Katalog erschienen ist.
„BESETZT! Geschichten im Stillen Örtchen“ informiert über die Kulturgeschichte der Toilette und präsentiert die Historie der „Sanitär-Hygiene“. Jedes der zwanzig Mobil-Toiletten widmet sich einem Thema: Klo-Geschichte, Film-Klo, Kunst-Klo, Sex-Klo, Arbeitsplatz: Klo, Klo-Technik, Klo-Papier…. Zuletzt gezeigt wurde das Ensemble auf der Emscherinsel in Oberhausen. Hier der informative Folder der Ausstellung BESETZT! als PDF
Arbeitsplatz: Klo
Das Thema “Arbeitsplatz: Klo” habe ich zusammen mit Hediye Hackenberg bearbeitet. Es war nicht leicht eine „Klofrau“ zu finden, die öffentlich zu Ihrem Beruf steht. Letztenendes haben wir sogar noch einen “Klomann” entdeckt. Doris und Torsten sprechen selbstverständlich und selbstbewusst über positive und negative Aspekte ihrer Arbeit:

Der Toilettenmann vor der Toilettenanlage im Tiefgeschoss vom Karstadt Dortmund. © Dietrich Hackenberg
Torsten: Ich habe Fachkraft für Lagerwirtschaft gelernt. Durch Zufall bin ich hier in die Dienstleistung rein gerutscht und hab mal auf Probe gearbeitet. Hier hat man viel Kontakt mit Leuten, da habe ich gemerkt, das ist ganz dein Dingen. Und man hat keinen Vorarbeiter hinter sich. Man ist so gesehen sein eigener Chef. Einziger Nachteil ist, man kriegt hier keine Sonne ab.

WC-Dienstleistungen steht auf dem Hemd von Torsten, der gerade einmal durchwischt. © Dietrich Hackenberg
Torsten: Ich selber bezeichne mich als WC-Mann oder sag auch schon mal: ich bin der Klofrau-Mann.
Doris:Wir dürfen nichts verlangen, es wird gespendet. In einer Kaufhaustoilette ist es freiwillig. Aber 30 Cent finde ich ist angebracht für eine saubere Toilette, ich bin ja nicht gierig.
Doris und Torsten: Es gibt Leute, die zahlen, und welche die zahlen nicht. Die haben so kleine Tricks: Manche ziehen ihr Portemonnaie raus, tun so als suchen sie Geld, aber stecken das Portemonnaie wieder ein und weg sind sie. Andere nehmen ein Geldstück, aber klacken nur oben auf die Kasse drauf. Das hört man. Mit der Zeit erkennt man schon am Geräusch, ob und wie viel die Leute rein geschmissen haben.
Bildstrecke: Ausstellung BESETZT im Niederrhein-Stadion in Oberhausen
- Ausstellung “Besetzt” im Sommer 2010 auf dem Gelände des Niederrhein-Stadions in Oberhausen. © Dietrich Hackenberg
- Zwanzig Mobiltoiletten werden zu Ausstellungsräumen. © Dietrich Hackenberg
- Zwei Besucherinnen besichtigen das Themenklo “Arbeitsplatz: Klo”. © Dietrich Hackenberg
- Besetzt Arbeitsplatz: Klo. © Dietrich Hackenberg
- Filmteam. © Dietrich Hackenberg
- Besetzt!, Titel des Ausstellungsflyers
Filmdokumentation: Ausstellung BESETZT im Niederrhein-Stadion in Oberhausen
Ausstellungskatalog
Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen: BESETZT! Geschichten im stillen Örtchen. Herausgegeben von Dr. Jochen Stemplewski Emschergenossenschaft / Lippeverband Essen 2010. ISBN 978-3-9814036-0-2

Besetzt: Arbeitsplatz Klo, Aufklapper im Ausstellungskatalog








