Glänzende Maschinenteile fotografieren

Mit Licht gestalten

Glänzende Maschinen - Foto © Dietrich Hackenberg

Mein Praxis-Tipp: So beleuchte und fotografiere ich große spiegelnde Objekte on Location.

Lichtaufbau für zwei Maschinenteile mit Edelstahlelementen

Strahlt man hoch glänzende Metallgegenstände direkt mit einer Lampe oder einem Blitz an, spiegelt sich die Lichtquelle als überstrahlender Hotspot im Metall, aber das Objekt als Ganzes wirkt weiter dunkel. Glänzende Objekte bekommen erst eine deutliche Form, wenn sich helle Flächen in ihnen spiegeln.

Glänzende Maschinenteile in der Produktionshalle. © Dietrich Hackenberg
Glänzende Maschinenteile in der Produktionshalle.

Nicht immer lassen sich große Objekte in ein Studio transportieren. Ich fotografiere häufig Maschinenteile aus Edelstahl vor Ort, in der Fabrik des Herstellers. Die Form dieser glänzenden Objekte arbeitete ich durch abwechselndes Einspiegeln von hellen und dunklen Flächen heraus. Entsprechend der Größe des Objektes muss ich Meter hohe Reflexflächen aufbauen. Dazu benutze ich weißen Hintergrundkarton auf der Rolle und Styropor- bzw. Depronplatten. Depron ist ein geschäumtes Material, feinporiger und glatter als Styropor. Doppelplatten in der Größe von je 80x120cm erhält man im Maler-Fachgeschäft. Zum Einspiegeln dunkler Flächen bzw. Abhalten von Streulicht verwende ich schwarzen Molton und sogenannte „Fahnen“. Fahnen sind mit dunklem Stoff bespannte Metallrahmen.

Handyfoto meines Lichtaufbaus in einer Industriehalle
Handyfoto meines Lichtaufbaus in einer Industriehalle
Infografik „Glänzende Maschinenteile fotografieren“ © Hediye und Dietrich Hackenberg
Die Form glänzender Objekte arbeitetet man durch abwechselndes Einspiegeln von hellen und dunklen Flächen heraus. Dazu benutze ich weißen Hintergrundkarton auf der Rolle und Styropor- bzw. Depronplatten. Depron ist ein geschäumtes Material, feinporiger und glatter als Styropor. Zum Einspiegeln dunkler Flächen bzw. Abhalten von Streulicht verwende ich schwarzen Molton und sogenannte Fahnen.

In einer animierten Infografik stelle ich hier am Beispiel der Fotografie zweier Maschinenteile meine Arbeitsweise vor.
Die Aufnahme habe ich mit Filmlampen umgesetzt. Das in der Fabrik vorhandene Grundlicht habe ich mit verwendet. Ansonsten hätte ich auch die Tiefe des Hintergrundraumes beleuchten und von oben Licht auf die Objekte werfen müssen. Die Aufnahme habe ich intensiv in Photoshop nach bearbeitet.
Ein solcher Beleuchtungsaufbau lässt sich auch mit Studioblitzen realisieren.

Animierte Infografik

Infografik „Glänzende Maschinenteile fotografieren“
Glänzende Maschinenteile fotografieren
Die Grafik mit Mouseovereffekten ist für Desktopgeräte geeignet

Große Maschinenteile
Industriefotografie

Fotografie für die Gustav Wiegard Maschinenfabrik weiterlesen

Studioaufbau im Automuseum

Die glänzenden Lackflächen eines Autos, das draußen steht, werden durch den weiten Raum des Himmels, der sich in ihnen widerspiegelt, geformt. In Dach, Kühlerhaube und Heck reflektieren Himmelblau oder Wolken. Steht das Fahrzeug in einer Garage sind es die weißen Wände und die Decke, die sich im Lack spiegeln. Strahle ich die Wände mit einer Lichtquelle an, helle ich indirekt die Lackflächen des Wagens auf. Je nachdem welche Wand- oder Deckenflächen ich beleuchte, kann ich so das Erscheinungsbild des Fahrzeuges verändern.
In den gewölbten lackierten Blechen eines Autos spiegelt sich fast der komplette umgebende Raum. Entsprechend große Fläche müssen ausgeleuchtet werden, will ich das ganze Fahrzeug aufhellen. In Studios für professionelle Autofotografie dient deshalb ein weiß gestrichenes bewegliche Deckensegel in einer Größe von circa 10 x 5 Meter als Hauptlichtquelle. Dieses hängt man gleich einem beweglichen Himmelszelt über das Auto und strahlt es mit Scheinwerfern oder Blitzen an.

Der improvisierte Studioaufbau in einem Automuseum nutzt die weiße Decke als zusätzliche Reflexfläche. Sich spiegelnde Übergänge können in Photoshop retuschiert werden.

Oldtimer fotografiert in einem Automuseum. Vor Ort wird ein mobiles Studio errichtet. Ein Raum wird dazu rundum mit weißen Papierhintergründen und schwarzen Hintergrundstoffen abgehängt. Der Boden mit weißem Depron (dünnem Styropor) komplett ausgelegt. © Dietrich Hackenberg und Joe Kramer
Oldtimer fotografiert in einem Automuseum. Vor Ort wird ein mobiles Studio errichtet. Ein Raum wird dazu rundum mit weißen Papierhintergründen und schwarzen Hintergrundstoffen abgehängt. Der Boden mit weißem Depron (dünnem Styropor) komplett ausgelegt.
Freigestelltes und bearbeitetes Bild eines Jaguars aus der Bildserie fotografiert im Automuseum Dortmund